Die 15 besten alternativen Heilmethoden (Naturmedizin)

73 Prozent aller Deutschen haben schon Naturheilverfahren ausprobiert. Viele Ärzte und Heilpraktiker erkannten den Trend zur sanften Medizin und sprangen auf diesen Zug auf, auch wenn Wirksamkeit und Unbedenklichkeit noch nicht in allen Fällen bewiesen sind.

Welche Therapien machen Sinn, welche sind mehr Schein als Sein? Unser Therapien-Check gibt Auskunft.

1. Akupunktur: Nadeln gegen Schmerzen

Lassen Sie sich pieksen: Die kleinen Nadeln haben oft große Wirkung!

Methode: Der Lehre nach durchziehen 14 Energieleitbahnen (Meridiane) den menschlichen Körper. Auf ihnen liegen mehr als 860 Akupunkturpunkte, die durch Nadeln gezielt gereizt werden. Das beeinflusst die Lebensenergie positiv. Außerdem kommt es durch Akupunktur zur Ausschüttung Schmerz dämpfender Botenstoffe.

Anwendung: bei Schmerzsyndromen (Kopfschmerz, Migräne, Rückenbeschwerden), Verspannungen sowie bei vielen funktionellen Erkrankungen, zum Beispiel dem Reizdarmsyndrom.

Risiken: bei sachgemäßer Anwendung gering. Empfehlung: nur zu Ärzten mit Vollausbildung.

Kosten: Die gesetzlichen Kassen beteiligen sich nur im Rahmen von Modellprojekten, ansonsten 30 bis 50 Euro pro Sitzung.

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2. Homöopathie: Fit durch Globuli

Gleiches mit Gleichem bekämpfen – das ist die Idee des Erfinders der Homöopathie, Samuel Hahnemann.

Methode: Hahnemann glaubte, man könne eine Krankheit mit einem Wirkstoff heilen, der bei Gesunden ein Leiden hervorruft, das der Krankheit ähnelt. Denn da in einem Körper die gleiche Krankheit nicht zweimal existieren kann, reize das ähnliche Leiden den Körper zu einer erneuten – erfolgreichen – Abwehr. Streng wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit gibt es nicht, wohl aber zahlreiche positive Berichte aus der Praxis.

Anwendung: besonders häufig bei chronischen Krankheiten wie Gelenkserkrankungen. Aber auch bei akuten wie Mandelentzündung.

Risiken: bei einem erfahrenen Therapeuten sehr gering.

Kosten: Die Präparate (circa 5 Euro) zahlt meist die Kasse, die Erstanamnese meist der Patient.

3. Aromatherapie: Düfte für die Seele

Können Gerüche glücklich machen? Die Aromatherapie geht davon aus.

Methode: Düfte von ätherischen Ölen stimulieren Hirnregionen, die Hormone produzieren und so Gefühle steuern. Die verschiedenen Öle sind Krankheitsbildern zugeordnet. Im Gespräch finden Therapeuten die passenden Essenzen. Belegt ist die Wirkung in der Bäderheilkunde. Ein Wirkstoff aus Fichtennadel- oder Latschenkieferöl kann bei Resorption über die Atemwege im Blut nachgewiesen werden.

Anwendung: Die Therapie (Massage, Duftlampe, Einnahme) soll gegen Stress, innere Unruhe, Angst und Traurigkeit helfen.

Risiken: Unwohlsein, Kopfschmerzen, Allergien. Einnahme nur in Absprache mit dem Arzt. Vorsicht bei Kindern, Atemstillstand droht!

Kosten: ein Fläschchen Aromaöl ab 4 Euro, Beratungsgespräch 30 bis 40 Euro.

4. Bachblütentherapie: Good Vibrations?

Erfinder Edward Bach glaubte, die positive Schwingungsenergie von insgesamt 37 Heilpflanzen in Quellwasser übertragen zu können.

Methode: Die passende Essenz findet der Therapeut in einer Unterhaltung. Mit ihr soll der Patient zu einem friedlichen und harmonischen Selbst finden. Dabei wirken nicht die Inhaltsstoffe, sondern die Schwingungen der Blüten. Studien gibt es nicht, Patienten und Therapeuten berichten aber von Erfolgen.

Anwendung: wenn psychische Disharmonien zu körperlichen Erkrankungen führen.

Risiken: angeblich keine, da die Tropfen nur positive Energien tragen. Trotzdem: bei psychischen Problemen besser immer erst ärztlichen Rat einholen.

Kosten: einzelne Fläschchen rund 4 Euro (Apotheken). Pro Sitzung 30 bis 50 Euro.

5. Eigenbluttherapie: Der Saft des Lebens

Wer hätte das gedacht? Der Schlüssel zur Gesundheit liegt uns – nach Ansicht der Eigenblut-Therapeuten – im Blut!

Methode: Bei diesem „Umstimmungsverfahren“ wird dem Patienten Blut entnommen und unverändert oder in modifizierter Form in die Haut oder Muskulatur gespritzt. Die dadurch entstehende lokale Entzündungsreaktion, die mit einer Erhöhung der Körpertemperatur und gesteigertem Stoffwechsel einhergeht, soll das Immunsystem stimulieren. Es gibt keine Studien, nur Erfahrungsberichte.

Anwendung: bei Abwehrschwäche (mehr als sechs Erkältungen pro Jahr), chronischen Entzündungen oder Bronchitis, Allergien.

Risiken: Unverträglichkeitsreaktionen, Schockzustände (bei Zusätzen wie Echinacea, daher: Arzt über Allergien informieren!). Nie bei Blutern und Marcumar-Patienten.

Kosten: circa 15 Euro pro Behandlung. Einige Kassen zahlen.

6. Enzymtherapie: Krebs-Killer?

Nichts genaues weiß man nicht – Anhänger der Enzymtherapie bescheinigen ihr jedoch große Wirkung.

Methode: Verabreichte Enzyme sollen Entzündungskatalysatoren abbauen, schädliche Zellfragmente eliminieren oder Eiweiße, die auf der Oberfläche von Tumorzellen sitzen, abbauen und der körpereigenen Abwehr präsentieren. Jedoch ist unklar, ob oral verabreichte Präparate in genügender Menge ins Blut gelangen. Bei Injektionen wiederum übersteigt das Risiko den Nutzen.

Anwendung: bei Gefäß- und rheumatischen Erkrankungen, Entzündungen der Nasennebenhöhlen, Bronchitis, Virusinfektionen, Autoimmunkrankheiten, Tumoren, Sportunfällen.

Risiken: Überempfindlichkeit, bei Injektionen Fieber, Kreislaufbeschwerden bis zu Schockzuständen, hohes Allergiepotenzial.

Kosten: circa 50 Euro im Monat. Einige Kassen beteiligen sich.

7. Farblichttherapie: Sehen Sie rot?

Treiben Sie’s bunt! Die Farblicht-Therapie sieht die Welt und Ihre Gesundheit in den schönsten Farben.

Methode: Farben haben Eigenschaften, die mithilfe entsprechender Lichtstrahlen auf den Körper übertragen werden sollen: Rot regt an, Blau entspannt, Orange heitert auf. Bestrahlt werden jene Körperpartien, auf denen sich die Wirkung entfalten soll. Zwar ist der Effekt von (weißem) Licht bekannt (gegen Depressionen), die Wirkung einzelner Farben ist dagegen nicht bewiesen.

Anwendung: Von Allergien (Orange) über Gallensteine (Gelb) bis zu Taubheit (Blau) kann angeblich fast alles behandelt werden. Beispiel Rotlicht: Es regt lokal Durchblutung und Hautstoffwechsel an und verbessert so die Heilfunktionen.

Risiken: im Prinzip harmlos. Gefahr: Ernste Krankheiten werden nicht rechtzeitig behandelt.

Kosten: 20 bis 50 Euro pro Sitzung.

8. Fußreflexzonen-Therapie: Zeigt her Eure Füßchen

Seien Sie gut zu(m) Fuß: Die Effekte der Reflexzonen-Massagen sind medizinisch belegt!

Methode: Die Massage bestimmter Areale (Reflexzonen) an den Fußsohlen, die mit inneren Organen in Verbindung stehen, soll die körpereigene Regenerationskraft sowie das allgemeine Wohlbefinden fördern. Die Wirkung belegen positive Fallzahlstudien mit Kindern, etwa bei Neurodermitis oder Asthma.

Anwendung: bei Verspannungen, Stress, Kopfschmerzen, Haltungsschäden, Schnupfen, Verdauungsstörungen. Beispiel: Die Massage der Nierenzonen führt zu verstärkter Urinausscheidung und unterstützt die Entgiftung, etwa bei trägem Darm.

Risiken: bei sachgemäßer Anwendung gering. Aber: nicht bei Fieber und Risikoschwangerschaft. Geeignet zur Selbstbehandlung.

Kosten: eine Behandlung circa 30 Euro.

9. Kneipptherapie: Mit allen Wassern gewaschen

Ein Klassiker: Schon unsere Großmütter wussten, dass kneippen im kalten Wasser fit macht gegen Schnupfen & Co.

Methode: Die Therapie basiert auf fünf annähernd gleichwertigen Säulen: Bewegungs-, Ernährungs-, Ordnungs-, Phyto- und Hydrotherapie. Die Wirksamkeit wurde in klinischen Studien nachgewiesen.

Anwendung: Eignet sich generell zur Vorbeugung; außerdem bei Erkrankungen des Bewegungsapparats und der Atemwege, als Internistische Therapie (bei Reizdarm), zur Stärkung des Bindegewebes (bei Krampfadern), bei akuten Erkrankungen (Wadenwickel bei Fieber, Senfwickel bei Bronchitis).

Risiken: bei vorherigem Ausschluss anderer Erkrankungen gering. Einfach, kostengünstig, therapeutisch effektiv und mit präventivem Charakter.

Kosten: je nach Therapie, fragen Sie Ihre Krankenkasse.

10. Magnetfeldtherapie: Heute schon umgepolt?

Eine Frage der Pole: Diese Therapieart versucht, sie durch Magnetfelder wieder ins Lot zu bringen.

Methode: Der menschliche Körper hat sein eigenes elektromagnetisches Feld, dessen Stärke und Frequenz sich mit speziellen Geräten messen und mit pulsierenden Magnetfeldern wieder normalisieren lässt. Verschiedene Frequenzspektren aktivieren die Zellmembranleistungen oder hemmen Entzündungen. Zumindest gilt heute als sicher, dass die erzeugten Ströme auf die Zellverbände des Organismus wirken.

Anwendung: bei Wundheilungsstörungen, etwa auf der Haut, an Bändern und besonders den Knochen.

Risiken: allgemein gering, aber Patienten mit Herzschrittmacher oder anderem elektronischem Implantat sollten unbedingt Abstand nehmen.

Kosten: je nach Verfahren 5 bis 25 Euro pro Sitzung.

11. Mikrobiologische Therapie: Schutz für den Darm

Eine gesunde Bakterienflora ist wie eine Schutzschicht, die dafür sorgt, dass die Eindringlinge im Darm bleiben. Ist die Darmflora jedoch gestört, gelangen sie ins Blut – mit gesundheitlichen Folgen.

Methode: Die mikrobiologische Therapie will eine gesunde Darmflora wiederherstellen. Dazu gehören die Reinigung, aber auch die Stabilisierung des Milieus durch Milchzucker und Präparate mit gesunden Keimen. Der Effekt ist in klinischen Studien gut belegt.

Anwendung: bei Allergien, wiederkehrenden Infekten, Magen-Darm-Störungen.

Risiken: allgemein gering. Nicht geeignet für Patienten mit Magersucht.

Kosten: Dreimonatstherapie circa 150 Euro. Bei Kasse anfragen!

12. Neuraltherapie: Schmerzfrei durch Spritzen

Nichts für Menschen mit Nadel-Phobie: Bei der Neuraltherapie spritzt der Therapeut die Schmerzen weg.

Methode: Der Therapeut setzt Injektionen mit Lokalanästhetika (Procain oder Lidocain) in bestimmte Körperpartien oder Schmerzpunkte. Wahrscheinlich werden so Schmerzreize blockiert, Zellmembranen stabilisiert und die Durchblutung angeregt. Durch eine einzige Spritze können Schmerzen oder Funktionseinschränkungen an weit entfernten Körperteilen innerhalb einer Sekunde verschwinden (Sekundenphänomen). Viele Erfahrungsberichte und einige Studien belegen die Wirksamkeit.

Anwendung: bei akuten wie chronischen Schmerzen, Migräne, entzündlichen Erkrankungen.

Risiken: allergische Reaktionen. Nicht anwenden bei Blutgerinnungsstörungen und Marcumar-Patienten.

Kosten: 20 bis 50 Euro pro Sitzung.

13. Phytotherapie: Wirkstoff-Cocktails

Die richtige Kombination macht’s – darauf fußt die Phytotherapie.

Methode: Die Wirkung von pflanzlichen Heilmitteln ist fast nie einem einzigen, chemisch definierbaren Inhaltsstoff zuzuordnen. Als Mehr- oder Vielstoffgemische bilden sie in der Regel eine wirksame Einheit. Bis heute ist die Wirkung für rund 218 pflanzliche Präparate und Wirkstoffe erbracht.

Anwendung: Abhängig von den verwendeten Pflanzen oder Pflanzenteilen sowie ihrer Zubereitung haben Phytopharmaka ein weit gefächertes Einsatzgebiet: von der Erkältung bis zur unterstützenden Therapie bei Krebs.

Risiken: nicht per se harmlos.

Kosten: je nach Präparat. Hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine Substanz als wirksam eingestuft, gilt Erstattungsfähigkeit.

14. Reiki: Hilfe durch heilende Hände?

Gesund werden durch Handauflegen: Das verspricht die Reiki-Therapie.

Methode: Die das Universum durchströmende Lebenskraft soll durch Handauflegen an den Körper des Patienten weitergegeben werden und dort ihre heilende Wirkung entfalten, wo der Energiefluss im Organismus blockiert ist. Wissenschaftliche Nachweise fehlen. Der wohltuende Effekt kann von der tiefen Entspannung während des Handauflegens und der gläubigen Erwartung des Patienten ausgehen.

Anwendung: Die Übertragung der Lebenskraft soll gegen alles und jedes helfen oder zumindest unterstützend wirken.

Risiken: im Prinzip gering, wenn nicht bei ernsthaften Erkrankungen wirksame Therapien versäumt werden. Kosten: rund 50 Euro pro Sitzung, die Kassen zahlen nicht.

15. Sauerstofftherapie: Es liegt was in der Luft…!

Diese Therapie-Methode baut auf den Sauerstoff-Kick.

Methode: Bei der „Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie“ nach Ardenne nimmt der Patient zunächst einen speziellen Vitamin-und-Mineralien-Mix ein, um das Gewebe für den Sauerstoff aufnahmefähiger zu machen. Dann inhaliert er 15 Minuten lang fast reinen Sauerstoff (noch effektiver ist ionisierter Sauerstoff). Die Therapie führt zu einer Zunahme des O2 im Blut. Strittig ist, wie lange der Effekt anhält.

Anwendung: bei Durchblutungsstörungen, Energiemangel, Revitalisierung nach schweren Infekten und Operationen.

Risiken: vorab zum Arzt, dann ist die Therapie eher unbedenklich. Aber: Vorsicht bei Schnelltherapien – sie sind bei Herzproblemen nicht ratsam.

Kosten: eine Sitzung circa 50, die ganze Therapie circa 850 Euro.